Das Umlenkrad, auch Niederhalterad oder Druckrolle genannt, ist ein wichtiges Ersatzteil für Förderbänder mit großen, gewellten Seitenwänden. Es befindet sich im Übergangsbereich des konvexen Bogens des Förderers.
Beim Übergang von horizontaler zu steiler Steigung neigen Seitenbandgurte dazu, zu verrutschen, abzurutschen oder sich von den Stützrollen abzuheben. Dieses Bauteil löst diese Probleme. Es drückt gegen die leeren Randabschnitte des Basisbandes und sorgt so für einen sanften Richtungswechsel. Dadurch wird der Laufwiderstand reduziert und das Risiko von Bandrissen und Verschleiß minimiert. Jede Einheit ist speziell für gewellte Seitenbänder und Querverstrebungen gefertigt, sodass diese Bandprofile den zentralen Freiraum passieren können, ohne die Gummioberflächen einzuklemmen oder zu beschädigen.
Praktischer Tipp: Verwenden Sie keine Umlenkrollen, die von anderen Förderbandmodellen stammen. Unterschiedliche Abstände führen schnell zu einem Verschleiß des teuren Seitenwandgummis.
Presswalzen gibt es in verschiedenen Ausführungen: als Paar aus großen und kleinen Walzen, als Einzelwalzen- oder Doppelwalzenkonstruktionen. Die größeren Walzen übernehmen die Bandpressung; die inneren kleinen Walzen dienen der seitlichen Führung.
Jede Presswalze verwendet separate Lagereinheiten. Insbesondere die inneren Führungswalzen laufen auf separaten Lagern und können sich frei und unabhängig drehen. Dadurch wird erzwungene Reibung vermieden, die durch unterschiedliche Drehzahlen zwischen Walze und Gummiseitenwand entsteht.
Die Räder werden an der Hauptwelle, den Lagergehäusen und den Halterungen befestigt. Die Positionierung kann von den Servicetechnikern während der Installation präzise eingestellt werden. Die Radlaufflächen sind entweder plan oder abgeschrägt mit Fase/R-Radius-Finish erhältlich, wodurch der Verschleiß an der leeren Kante des Riemens und der geriffelten Seitenwand reduziert wird.
Praktischer Tipp: Drehen Sie jedes Rad nach der Montage von Hand. Wenn es sich schwer drehen lässt, müssen die Lager vor der Inbetriebnahme überprüft werden.
Viele vorzeitige Riemenschäden lassen sich auf eine ungeeignete Wahl des Umlenkrads oder eine fehlerhafte Einstellung zurückführen, nicht auf die Qualität des Riemens selbst.
Starker Verschleiß der Seitenwand und Verformung des Gummis
Grundursache: Unzureichender Abstand zwischen Radinnenseite und geriffelter Seitenwand; die Seitenwand steht unter ständiger Belastung. Abhilfe: Abstand so einstellen, dass die Räder nahezu Kontakt haben, ohne dass es zu starker Belastung kommt. Spielraum für die Seitenwandbewegung unter Lastbedingungen einplanen.
Risse und Absplitterungen an der Seitenwand
Grundursache: Großes Rad und inneres Führungsrad sind zu einer Einheit verschweißt. Unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeiten im Betrieb führen zu kontinuierlichem Abstreifen der Gummiseitenwand. Abhilfe: Einbau einer geteilten Radkonstruktion. Unabhängige Lager einbauen, damit sich die inneren Führungsräder unabhängig drehen.
Längsrisse im Traggürtel entlang der leeren Kante
Grundursache: Scharfe, rechtwinklige Felgenkanten erzeugen Reibung am Bandrand. Abhilfe: Übergänge mit vollem R-Radius an allen Felgenkanten einarbeiten. Scharfe Kegelräder gegen Flachräder mit abgerundeten Ecken austauschen.
Verstärkte Reibung bei Riemenverlagerung
Grundursache: Unzureichende Ausrichtung zwischen Radbefestigungsposition und vorhandener Bandspannung. Abhilfe: Position des Umlenkrads in Verbindung mit der Kalibrierung der Förderbandspannung anpassen. Zusätzliche Reibung durch Bandlauffehler minimieren.
Praktischer Tipp: Achten Sie auf frische Gummistaubablagerungen an den Riemenkanten. Starke Staubablagerungen deuten auf zu hohen Anpressdruck hin, der umgehend angepasst werden muss.
Umlenkräder kommen auf Förderbändern mit großen, gewellten Seitenwänden in verschiedenen Schüttgutindustrien zum Einsatz: Kohlebergbau, chemische Verarbeitung, Metallurgie, Baustoffindustrie, Getreideverarbeitung und Schlammbehandlung.
Sie eignen sich für steile Steigungen oder vertikale Hebearbeiten für Erz, Kohle, Getreidepellets, Schlamm, Schotter und andere körnige oder stückige Schüttgüter.
Jedes von uns gelieferte Umlenkrad wird individuell an Ihre Förderanlage angepasst. Wir stimmen Bandbreite, Muldenwinkel, Seitenwand- und Mitnehmerabmessungen für jede Bestellung exakt ab. Ein durchgehender R-Radius-Übergang am Rand ist Standard und beugt kostspieligen Längsrissen im Basisband vor. Die geteilte Konstruktion mit unabhängigen Führungsradlagern verhindert ein erzwungenes Schleifen an den Gummiseitenwänden. Robuste Tragkonstruktionen gewährleisten einen stabilen Betrieb und reduzieren den Wartungsaufwand. Diese Einheiten bewähren sich selbst unter den anspruchsvollen Bedingungen im Bergbau, in der Metallurgie und bei anderen Schüttgutförderanlagen.
Frage 1: Wo sollten die Umlenkrollen am Seitenwandförderer montiert werden?
A: Montieren Sie diese Räder vorrangig im Übergangsbereich des konvexen Bogens, wo horizontale Förderbandabschnitte in steil geneigte Hebezonen münden. Sie sind nicht für geradlinige Förderbandabschnitte vorgesehen. Eine falsche Positionierung führt zu unnötigem Bandverschleiß.
Frage 2: Soll das Umlenkrad fest gegen die Riemenkante drücken?
A: Starkes, hartes Drücken beschleunigt die Materialermüdung des Gummis. Annäherungskontakt ohne starke Kompression anstreben. Das Rad wird erst aktiviert, wenn das Band beginnt, sich nach oben zu bewegen.
Frage 3: Kann eine universelle Umlenkrolle für Gürtel mit unterschiedlichen Seitenwänden verwendet werden?
A: Wir raten von Standard-Reifen ab. Raddurchmesser und Innenspaltbreite müssen auf Ihre Riemenbreite, Flankenhöhe und Stollengröße abgestimmt sein. Eine ungenaue Passform kann die Flanken beschädigen oder die Anti-Float-Funktion beeinträchtigen. Eine individuelle Anpassung bietet langfristig bessere Ergebnisse.
Frage 4: Was sind die ersten Anzeichen dafür, dass die Umlenkrollen überprüft oder ausgetauscht werden müssen?
A: Achten Sie auf folgende Anzeichen: sichtbare Kratzer an der leeren Kante oder Seitenwand des Förderbandes; Räder, die sich nicht von Hand frei drehen lassen; ungewöhnliche Lagergeräusche; häufiges Abplatzen des Seitenwandgummis. Führen Sie die Kontrollen im Rahmen Ihres regulären Wartungszyklus durch.
Frage 5: Kann ich die verschweißte, integrierte Radbaugruppe (groß/klein) weiterhin verwenden?
A: Nicht empfehlenswert. Geschwindigkeitsunterschiede verursachen dauerhafte Abriebschäden am Seitenwandgummi. Geteilte Baugruppen mit unabhängigen Lagern verlängern die Lebensdauer sowohl des Umlenkrads als auch des Förderbandes.
30. Oktober 2026
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20. Oktober 2026